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23

Juli

Vier Frauen, keine Bremse und ein fast Todesfall (Deutsch / Englisch)

Ein Wochenende wie es im Bilderbuch steht, ich machte mich am Freitag auf den Weg nach Berlin um mich am Samstag tätowieren zu lassen. Die Vorfreude auf die Tattoo-Sitzung und natürlich auch auf meine Freunde war grenzenlos und durch einen Zufall bekam ich sogar ein Zugticket für die hinfahrt zu einem sehr günstigen Preis. Um 21 Uhr war ich dann in Berlin, ging in die Wohnung meines besten Freundes und lies mir seinen Kiez zeigen.

Samstag war es dann soweit, um 11 Uhr sollte angefangen werden an meinem Unterarm rumzustochern. Wir kamen vor dem Laden an – Zu.

Also schön mit einem anderen Kunden gewartet – der um es mal, naja, nett zu sagen VERDAMMT GEIL aussah und ich ihm am Liebsten die Kleider vom Leib gerissen hätte – bis die Inhaber aufkreuzten und das ganze losgehen konnte. Bisschen zeichnen, bisschen malen, bisschen aufkleben, bisschen abändern, bisschen Nadel in die Haut, bisschen Farbe rein, bisschen scratchen, bisschen bluten, bisschen aua und schon war die erste Hälfte fertig. Ab in den Baumarkt, ab nach Hause, ab trinken, ab feiern, ab in den Club, ab an den Plattenspieler kommen und die Musik in der Disco ausmachen, ab beliebt sein, ab Männernummern abspeichern und sie verwechseln, ab tanzen, ab weiter tanzen, ab weiter trinken, ab nach Hause gehen, ab schlafen, ab aufwachen, ab frühstücken, ab spazieren gehen, ab zur Mitfahrzentrale und DA beginnt die Story erst.

Ich hatte also eine Mitfahrgelegenheit vom Alex in Berlin bis zum Hauptbahnhof in Hamburg. Schon als ich ankam, kam mir der leicht ältere Herr ein wenig Merkwürdig vor. Da aber 3 andere Mädels vor Ort waren, welche alle einen total netten und zivilisierten Eindruck auf mich machten, beschloss ich trotzdem in das Auto einzusteigen. Natürlich wählte ich den vorderen Platz, um nicht mit den andern hinten zu 3 eingeklemmt zu sein. Es stank, es stank FÜRCHTERLICH neben ihm, ich kurbelte das Fenster runter und haschte nach Luft. Schon da meinten 2 Mädchen, dass der Typ sehr komisch sei und sie schon mit ihm nach Berlin gefahren wären und naja, jetzt nur nichts anderes mehr gefunden haben. Die Angst stand mir im Gesicht und um so länger die Fahrt war, um so mehr machte ich mir Sorgen um mein Leben. Ich nickte kurz ein als ich Geschrei von den Sitzen hinter mir hörte.

„Hier läuft Waßer aus, alles ist nass…“

Typ schaut nach hinten für ca 10 Sek AUF DER AUTOBAHN!

„SCHAU NACH VORNE“

Typ schaut wieder nach hinten…

„SCHAU NACH VORNE“

Alle waren total sauer auf den Typen wegen seiner Fahrweise, als plötzlich die Autos vor uns langsamer wurden, wir aber immer schneller. Ein Schild vorne zeigte die Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/ h an und eine Baustelle, nur wir, wir fuhren immer schneller. Ich bemerkte wie der Fahrer langsam nervös wurde und rumgezuckt ist, alle begannen zu schreien, der Fahrer schrie „DIE BREMSEN GEHEN NICHT“, mein Körper zitterte, Tränen flossen aus meinen Augen, ich starrte auf die Staureihen vor uns welche immer näher kamen, ich dachte echt ich werde sterben. Der Fahrer lenkte mit der letzten Möglichkeit zwischen die 2 Spurige Autobahn und fuhr in der zwischen den Autos durch, eine falsche Bewegung und es wäre zum Massencrash gekommen. Vor uns bemerkten wir die nächste Höllengefahr, die Zweispurige Autobahn teilte sich und es ging nur noch einspurig weiter, wir rasten auf die Abtrennung zu und konnte im letzten Moment noch die Abzweigung schaffen – wäre bis hier Stau gewesen, wir hätten es nicht mehr geschafft. Wir rasten dann also mit 140 km/h durch den engen Baustellenbereich als die Bremse plötzlich wieder funktionierte. Wir alle schrien er soll ganz langsam fahren, ich drückte auf das Warnlicht, wie im Affekt schrie ich ihn an er soll nicht beschleunigen, er gab wieder Gas mit den Worten „Geht ja alles wieder“. Ich heulte nur noch und wir schrien so lange bis er wieder auf 50 km/h runter ist. Mit diesen 50 gelang es uns dann aus dem Baustellenbereich direkt zur dahinter liegenden Raststätte zu kommen. Ich sprang aus dem Auto und war noch nie so froh Boden unter meinen Füßen zu haben. Wir blieben alle Unverletzt, bis auf den enormen Schock.

Naja, ich rannte dann direkt zum einzigen Auto welches auch auf der Raststätte stand und in welchem ein junger Mann saß. Heulend flehte ich ihn an uns mitzunehmen nach Hamburg, und tatsächlich, er musste nach Hamburg.

Da saßen wir also, zu 5 auf der Raststätte, auf die Polizei am Warten und etliche Zigaretten am Rauchen. Zwei Stunden lang dauerte dieses Warten und vor allem natürlich das Abgeben von Personalien und der Sachschilderung. Eine Zeit in der wir irgendwie alle nur noch grinsen konnten über unser enormes Glück da Lebend raus gekommen zu sein.

Um es jetzt kurz und bündig abzuschließen: Die Polizei fand am Auto neben der defekten Bremse auch noch eine verbogene Vorderachse wegen der 2 unterschiedlichen Vorderreifen, ein Reifen der nahe am Platzen war weil der Metallkörper gerissen war und diverse andere Mängel. Nachher wurden wir von dem netten Studenten nach Hause gefahren und jetzt? Jetzt will ich nur noch schlafen, und dann mein Leben genießen!

Danke an die Polizei, die drei netten MFG Mädels und vor allem dem tollen Studenten der uns gerettet hat.

Danke Leben.

Englisch Version:

I nearly had a car accident.

  1. oh-im-sorry hat diesen Eintrag von aimante gerebloggt
  2. von aimante gepostet